Max und Moritz auf den Spuren auf den Holzeröder Fluren
Freitag der 13., die Wölflinge starten mit 11 Personen in Witzenhausen mit der Bahn und erreichen ihr Ziel sogar ohne nennenswerte Probleme. An der katholischen Kirche in Witzenhausen haben sich ebenfalls 11 Jupfis, Pfadis, Rover und Leiter eingefunden, die ihr ca. 57 km entferntes Ziel Holzerode mit dem Fahrrad ansteuern wollen. Unterwegs sollen noch zwei weitere Teilnehmer hinzustoßen, die in Eichenberg wohnen.
Bei Kilometer fünf schlägt Freitag der 13. zu, Kettenriss, obwohl der Anstieg nach Eichenberg kaum begonnen hat. Keine zwei Kilometer später steht die nächste Störung an, eine Tretkurbel hat sich gelockert., Das mitgeführte übliche Kleinwerkzeug ist jedoch nutzlos, also heißt es sich durchkämpfen bis Eichenberg zu den zwei Teilnehmern und dort auf Werkzeug hoffen.
Die zwei erwarten uns bereits, immerhin hat das geklappt. Dafür fällt Stefan, der Jupfileiter der die Tour begleitet aus, da die Tretkurbel so ausgeschlagen ist, dass auch anziehen nicht mehr hilft.
Nun geht es also mit einem Leiter, vier Rovern und sechs Jupfis weiter. Die geplante Ankunft um 19:00 steht schon jetzt auf der Kippe, da wir durch die Störungen für die ersten bergigen neun Kilometer bereits über eine Stunde gebraucht haben.
Bis hinter Göttingen verläuft die Fahrt erfreuchlich ereignislos, bis zwischen Bovenden und Nörten-Hardenberg am Radweg gebaut wird. Baustellenschilder statt Hinweisschilder führen zu einem falschen Abbiegen, der Weg, der zunächst noch richtig aussieht, endet in einem Feld und vor einem ca. 2 Meter tiefen Entwässerungsgraben. Lichtblick: Er führt nicht viel Wasser und in ca. 200 m Entfernung ist der richtige Radweg zu sehen. Die Böschungen sind zwar steil, aber nicht unpassierbar. Nach einigem Zeitverlust durch schieben und Fahrräder durch den Graben befördern geht es wieder weiter. Die geplante Ankunft um 19:00 Uhr ist mittlerweile - kurz vor Nörten - in weite Ferne gerückt, da es bereits halb sieben ist und noch gut 15 km vor uns liegen, davon 12 mit mehr oder weniger Anstieg.
Gegen 20:40 Uhr haben es auch die letzten der Radler geschafft und sind angekommen. Weitere Ausfälle waren zum Glück nicht mehr zu beklagen. Das Material und die Wölflinge sind schon länger am Ziel, so dass die Aufenthaltsjurte, Weißzelte und auch die Küche bereits stehen. Nichtsdestotrotz dauert es noch bis nach 22 Uhr bis auch die letzten Gruppenzelte aufgebaut sind.

Der Samstag begrüßte uns mit Regen. Also half für das geplante Programm nur das alte Sprichwort "Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung". Die Wilhelm-Busch-Mühle im ca. 7 km entfernten Ebergötzen war unser Ziel, schließlich wollten wir den namensgebenden Teil des Programms ja nicht im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen lassen. In der Wilhelm-Busch-Mühle bekamen wir sowohl Einblicke in das Leben des Autors von Max und Moritz, als auch in das Handwerk und das Leben von Müllern zur damaligen Zeit. Was lag also näher als nach der Entstehung des Mehls auch noch etwas über Brot zu erfahren und so ging es - natürlich wieder durch den Regen - zum Brotmuseum. Nach einer Rallye durch das Museum und einer ausführlichen Pause ging es wieder zurück zum Lager, wo, nach einem zum Glück warmen Abendbrot, noch ein Gottesdienst mit unserem Kuraten und Pfarrer Christof Steinert stattfand.
Am Sonntag meinte es das Wetter dann besser und so plagte die Jupfis und Ihre Leiter der Übermut und bald wurde fehlender Regen durch Wasserflaschen, Waschwannen und Kanister ersetzt. Für vier Wölflinge und drei Rover standen die Vorbereitungen für Ihre Versprechen am Sonntag im Vordergrund, nur unterbrochen durch eine Rallye rund um den Platz bei der es darum ging Ideen, Geschick und Pfadfinderkenntnisse bestmöglich umzusetzen. Am Sonntagabend folgte das Versprechen der Wölflinge in Ihrer Gruppe und im Anschluss daran das Versprechen der Rover vor dem Stamm.
Eine lange Nacht mit Gesprächen, Gitarren und Gesang am Lagerfeuer folgte und brachte uns unweigerlich zum letzten Tag des Lagers.
Abbau war wieder angesagt am Montag und das Wetter spielte zu unserem Glück mit, so dass wir einen Großteil der Zelte und des Materials trocken einpacken konnten. Um kurz vor 12 endete dann das Lager mit dem traditionellen "Nehmt Abschied Brüder" und dem Aufbruch der Wölflinge zu Bus und Bahn. Für die größeren hieß es dann noch fertig Aufräumen und Aufladen und um kurz nach eins die Strecke für den Heimweg in Angriff nehmen, die diesmal zum Glück ohne größere Zwischenfälle verlief.
Markus Kutschker
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