Simply Scouting – Einfach Pfadfinden Seit Herbst 2010 war für zehn Witzenhäuser Pfadis klar, dass das kommende Sommerlager für sie einzigartig werden würde. Sie hatten sich für das World Scout Jamboree angemeldet. Das WSJ ist ein Weltpfadfindertreffen, das alle vier Jahre für die 14-18 jährigen stattfindet.
Weltpfadfindertreffen finden nicht im Stamm statt, sondern in Trupps mit
vierzig Personen. Zusammen mit den zehn Witzenhäuser Pfadis bildeten
Pfadis aus Netphen, Olpe und Wetzlar einen Trupp. Bei dem ersten
gemeinsamen Treffen im April stand allgemeines Kennenlernen ebenso auf
dem Programm wie die Vermittlung dessen was die Teilnehmer in Schweden
bei dem World Scout Jamboree erwartet.
Zwei weitere Vortreffen folgten und am morgen des 24. Juli hieß es dann endlich Aufbruch Richtung Jamboree.
Das erste Ziel war Tydal, kurz vor der dänischen Grenze. Dort fand das
Vorlager der DPSG (unser Verband) mit ca. 1.200 Teilnehmer statt. Hier
hatten alle die Gelegenheit sich noch besser kennen zu lernen. Das "Wir-Gefühl" wurde vermittelt und alle hatten sehr viel Spaß.
Zwei Abende Später ging es weiter Richtung Schweden. Während der
Abschiedsfeier wurde auf einen der vielen Transferbusse gewartet, der
den Trupp zum Jamboree bringen sollte.
Am Morgen des 27. Juli erreichte der Trupp dann völlig erschöpft den
Lagerplatz. Schnell wurden die Zelte aufgebaut und dann ging das
Jaboreeerlebnis endlich los. Ab jetzt hieß es unter dem Motto „simply
scouting“ (einfach Pfadfinden) den Lagerplatz erkunden, schwedische
Süßigkeiten testen und natürlich auch Schlaf nachholen.
Am folgenden Abend war dann die offizielle Eröffnung – die Opening
Ceremony - der eigentliche Start des Jamborees. In einer riesigen
natürlichen Arena konnten (fast) alle 40.000 Teilnehmer, Leiter und
Helfer zunächst den Einzug der Flaggen aller anwesenden Nationen
erleben. Anschließend präsentierten die Gastgeber einen Abriss durch die
schwedische Geschichte und humorvoll die Suche nach dem richtigen
Lagerplatz.

Am gleichen Abend folgte kurz vor Mitternacht der erste reguläre
Programmpunkt "Dream" (Traum). Ein Wanderung, die die Teilnehmer über
mehrere Schritte hinweg Rückwärts durch das Leben vom Alter hin zur
frühsten Kindheit führte.
In den nächsten Tagen folgten weitere Programmpunkte, wie z.B. die
Auseinandersetzung mit den folgen unseres Verhaltens im "Globalen
Entwicklung Dorf", sei es nun der CO2-Fußabdruck unserer Einkäufe, die
Folgen von Landminen oder auch der Umgang mit Informationen durch Presse
und Zensur.
Später hieß dann raus aus dem großen Lager zu „Camp im
Camp“. In vier Kleingruppen besuchten die Trupps parallel stattfindende
Sommerlager der Schweden. Einen Teil unseres Trupps verschlug es in ein
Sommerlager der Region Uppland, in dem wir die schwedische Art zu
Zelten, schwedische Spiele, Spezialitäten und auch das Mitsommerfest
erleben durften.
Der Cultural Festival Day(Festival der Kulturen) wurde am 04. August
gefeiert. Alle waren aufgerufen, etwas aus Ihrer Heimat zu präsentieren.
Spiele, Vorführungen und das große Essens-Festival. Das war die
Möglichkeit anderen Kulturen in den Topf zu gucken und Kleinigkeiten aus
anderen Ländern wie zum Beispiel aus Japan oder Mexico zu probieren
oder auch einfach nur eine kleine Portion Currywurst eines anderen
deutschen Trupps in unserem Teil des Lagers.
Das Culture Festival endete mit einer erneuten Feier in der Arena, an
der die Gastgeber der „Camp im Camp“- Aktion auch teilnahmen.
Ein weiterer Programmtag folgte und dann hieß es bereits abbauen und sich auf den Abschied vorbereiten.
In der großen Abschiedszeremonie. folgte ein buntes Programm mit
offizieller Übergabe an die Gastgeber des nächsten Jamborees 2015 –
Japan. National und international bekannte Künstler, eine Rede des
schwedischen Königs und ein großes Feuerwerk krönten den Abend. Wer
nicht bereits die letzten Tage genutzt hatte, nutze letzte Möglichkeiten
Kontaktdaten, Aufnäher und Halstücher zu tauschen.
Nach einer letzten Nacht bei Gewitter und Regen ging es am frühen Morgen
dann ein letztes Mal mit Material und Gepäck in Richtung Bus. Ein
geniales Erlebnis lag hinter den Jugendlichen und langer Weg nach Hause
stand ihnen bevor.
Am Sonntagabend in Witzenhausen angekommen mussten sich unsere
Pfadfinder von ihren neu gewonnenen Freunden aus Netphen, Olpe und
Wetzlar verabschieden. Traditionell wurde "Nehmt Abschied Brüder"
gesungen und auch die ein oder andere Träne vergossen.
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