Winterfreizeit – Entführt von der Rattenfängerin

Erschienen am 15. März 2020 in Stufen

Nils Gädtke

seit 2001 Pfadfinder, Leiter der Pfadistufe seit 2011

 

Mitte Februar, gerade als sich alle zur Abfahrt zur Stammesfreizeit versammelt hatten, kam auf einmal die Rattenfängerin von Hameln vorbei und entführte uns in ein Haus mitten im Wald. Unsere Eltern hätten noch Schulden bei ihr, sagte sie, und solange die nicht beglichen wären, müssten wir bleiben.

Schnell stellten wir jedoch fest, dass die Rattenfängerin eigentlich ganz umgänglich war. Wir wurden gut bekocht und durften im und um Haus spielen und uns erstmal richtig kennen lernen. Unser Stamm ist nämlich in den letzten Monaten um eine neue Wölflingsmeute gewachsen.

Den Samstagvormittag verbrachten wir dann damit, die Umgebung besser kennenzulernen. In Kleingruppen wurde gewandert, erkundschaftet und überlegt. Doch trotz Spürhund konnte kein Fluchtweg gefunden werden.

Am Nachmittag wurden in den einzelnen Stufen neue Pläne geschmiedet und umgesetzt, um uns vom Bann der Rattenfängerin zu befreien. Die Wölflinge hatten von einem Schatz gehört, mit dem sie die Schulden unserer Eltern bei der Rattenfängerin begleichen wollten. Die Jupfis suchten nach alten Geliebten der Rattenfängerin, um eine mögliche Schwachstelle von ihr herauszufinden. Und tatsächlich: eine Ex-Freundin verriet ihnen, dass die Rattenfängerin beim Lied “Atemlos” von Helene Fischer stets panisch die Flucht ergreift. Die Pfadis suchten im Büro der Rattenfängerin (Escape-Room) nach Hinweisen, wo sich die Flöte befindet. Denn ohne die Flöte, stünden wir nicht weiter unter ihrem Bann. Die Pfadis konnten die Flöte schließlich zerstören und als die Rattenfängerin abends wutentbrannt den Schuldigen gesucht hat, konnten die Jupfis sie mit “Atemlos” vertreiben. Die Wös brauchten ihren Schatz also gar nicht mehr einlösen und teilten ihre Schokogoldtaler mit dem ganzen Stamm.

So konnten wir wieder zu unserem Lageralltag zurückkehren. Viele Kinder und Jugendliche wurden umgestuft und man saß noch lange gemütlich beisammen.

Am nächsten Morgen stand dann auch schon Aufräumen auf dem Plan und als das Haus wieder sauber war trafen wir uns noch einmal alle zu einer schönen Andacht zusammen, bevor es wieder nach Hause ging.

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